Der Weg zum beruflichen Abschluss – Welche Prüfungen müssen Industriekaufleute bestehen?

Industriekauffrau

Jede Ausbildung neigt sich irgendwann dem Ende zu. Dann steht die alles entscheidende Abschlussprüfung an, auf die man seine gesamte Ausbildungszeit hingearbeitet hat. Um zugelassen zu werden, muss nach ca. eineinhalb Jahren zunächst die Zwischenprüfung bei der IHK absolviert werden. Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsberufen fließt deren Ergebnis bei den „IKLern“ nicht mit in die Endnote ein, die Prüfung hat einen rein informativen Charakter. Aufgrund dieser Tatsache neigen manche Azubis dazu, die Zwischenprüfung sehr locker anzugehen, da man selbst mit einer schlechten Note nicht durchfallen kann. Die Zwischenprüfung bietet aber eine gute Möglichkeit, den eigenen Wissensstand zu testen und sich Sicherheit für die Abschlussprüfung zu verschaffen. Wer mit Note 5 oder 6 abschneidet, wird sicherlich mit einem eher mulmigen Gefühl in die Abschlussprüfung gehen und seinen Ausbilder wohl kaum zu Freudentränen rühren.

Am Ende der Ausbildung, in der Regel nach 3 Jahren, steht die vierteilige Abschlussprüfung an. Der schriftliche Prüfungsteil findet an zwei verschiedenen Tagen in den Räumlichkeiten der IHK statt. Am ersten Tag werden die Azubis im Themenbereich Geschäftsprozesse geprüft. Hier muss man sein Wissen in den Bereichen Beschaffung, Produktionssteuerung, Absatz, Marketing und Personal unter Beweis stellen. Am zweiten Tag folgen die Prüfungsbereiche Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Kaufmännische Steuerung und Kontrolle. Im letzteren Teil, der kurz nur „KSK“ genannt wird, dreht sich alles um das Buchen, Finanzieren und die Kontrolle bzw. Optimierung von Kosten.
Mit den drei schriftlichen Teilen ist es aber noch nicht getan, denn nach deren Bestehen folgt noch eine mündliche Prüfung. Hier muss der Azubi eine Präsentation über ein selbst gewähltes, innerbetriebliches Thema halten und anschließend den Prüfern der IHK Rede und Antwort stehen. Geht bei der mündlichen Prüfung alles gut, darf man sich ab diesem Tag „Industriekaufmann/-frau“ nennen und hat seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Wer das Abitur hat und während der Ausbildung mit guten schulischen und betrieblichen Leistungen überzeugt hat, kann nach Absprache mit seinem Betrieb bereits nach 2,5 Jahren zur Abschlussprüfung antreten und seine Ausbildung somit um ein halbes Jahr verkürzen. Für die Vorbereitung zur Prüfung sollte eine Menge Zeit eingeplant werden, da der geballte Stoff aus 12 Lernbereichen beherrscht werden muss. Viele Unternehmen unterstützen ihre Azubis durch die Finanzierung von Lehrbüchern oder ermöglichen ihnen die Teilnahme an einem Prüfungsvorbereitungskurs der IHK.

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